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Schlepper im Schlamm: 10. Lanz-Bulldog-Treffen in Wersdorf

 

Von den nassen Bodenverhältnissen in Wersdorf ließen sich Bulldogfans Alfred Marx, Gerhard Jahn, Richard Stalin, Reiner Hüttig und Volker Wanie (v.l.) nicht unterkriegen. Ein Dank geht an die Firmen Wittmann und die Agrargesellschaft Pfiffelbach, die die Flächen bereitstellten. Foto: Peter Hansen/Thüringer Allgemeine

Trotz widriger Bodenverhältnisse kamen Tausende Schaulustige zum 10. Lanz-Bulldog-Treffen nach Wersdorf. Oberammergauer Sammler tuckerte auf eigener Achse mehrere Tage zum Kultfest.

Das Glück der Tüchtigen war am Wochenende auf der Seite von Veranstalter Reinhard Hüttig, seiner Familie sowie den rund 60 ehrenamtlichen Helfern. Denn trotz wechselhaften Wetters, das besonders am Samstag das Areal in Wersdorf in eine Schlammfläche verwandelte, strömten die Besucher zu Tausenden zur 10. Auflage der Kultveranstaltung Lanz-Bulldog-Treffen. Die Vorbereitungszeit von rund einem Jahr spricht für sich.
Und der Besuch lohnte sich wieder einmal, wofür sich nicht wenige Gäste gleich mit Gummistiefeln gerüstet hatten. Weit über 500 Schlepper, Traktoren und Maschinen waren zu bestaunen, wobei die beliebten Lanz-Bulldogs mit ihrem typischen Sound natürlich in größerer Zahl vertreten waren.
Aus dem gesamten Bundesgebiet sowie aus dem näheren europäischen Ausland waren Liebhaber mit ihren Fahrzeugen gekommen. Die weiteste Anreise "auf eigener Achse" unter den Ausstellern hatte wohl Sepp Gretschmann mit seinem Lanz auf sich genommen. Er war von Oberammergau aus mehrere Tage lang nach Wersdorf getuckert. Für diese Leistung gab es gestern Nachmittag auf dem von Fressbuden, Verkaufstischen, Edel-Dampfmaschinen und Ersatzteilständen gesäumten Parcours, auf dem 50 Fahrzeuge näher vorgestellt wurden, einen Extra-Applaus.
Näher als Sepp hatten es da schon Sven Jennicke und Christian Göbel mit einer selbstfahrenden Bandsäge von 1920. Mit dieser waren sie von Stobra gekommen. Als Christian Göbel sie am Samstag in Gang setze, war sie rasch von Neugierigen umringt. Früher wurde das von einem 11-PS-Deutz-Motor betriebene Gerät auf den Dörfern zum Brennholzschnitt eingesetzt. Auch der Bundestagsabgeordnete Johannes Selle stapfte Samstag in Anzug und Stiefeln tapfer im Schlamm herum. Er freute sich über das rege Zuschauerinteresse und war nicht nur angesichts der gepflegten "Eidechsen" hin und weg .
Bei Bedarf wurden an den einzelnen Fahrzeugen Erläuterungen gegeben, wobei der Stolz der Eigentümer unverkennbar war. Kein Wunder, hegen und pflegen die meisten von ihnen ihre Schmuckstücke in der Freizeit doch hingebungsvoll, wobei man sich gegenseitig hilft. Umso enttäuschter zeigte sich Reinhard Hüttig, als er feststellte, dass ihm Unbekannte Samstagnacht etliche Ersatzteile gestohlen hatten. Unterkriegen ließ er sich ob solcher Geschehnisse nicht. Vielmehr freute es ihn, dass die Interessierten dem Fest die Treue hielten und es so wieder zu einem Erfolg wurde, der die ganze Mühe am Ende auch lohnte.
Bis in die Nacht hinein hatten die Gäste etwa am Samstag im Festzelt gefeiert, wo es nicht nur flotte Musik und Tanz gab, sondern auch eine Body-Painting-Vorführung. Angesichts solcher bunten Tatsachen auf nackter Haut bekamen die den Lanzfreunden geläufigen Begriffe Vorglühen bzw. Anheizen eine ganz andere Bedeutung.

Dirk Lorenz-Bauer / 29.08.11 / TA


Exotische Schönheiten in Wersdorf

Etwa 600 Besucher sahen am Wochenende eine gleichwohl informative wie ansprechende Exotenausstellung in der Lanzbulldog-Scheune

(tp) Zum mittlerweile 7.Mal hatten die „Vogelfreunde Apolda und Umgebung e.V.“ am 19. und 20. September zur Exotenschau nach Wersdorf eingeladen. Der 20 Mitglieder zählende Verein, welcher als einziger der Region auch Großpapageien in dieser Artenvielfalt pflegt, präsentierte Ziervögel in 55 verschiedenen Arten. Bernd Köpernik aus Niederroßla, selbst Züchter von Rassegeflügel, zeigte sich von der Ausstellung beeindruckt: „Die Schau ist sehr informativ und dekorativ gestaltet. Die geräumigen Käfige zeigen die Tiere in ihrer natürlichen Schönheit.“ Besonders die extra eingerichtete Freiflughalle kam bei den Besuchern sehr gut an. Blaustirnamazonen, Graupapageien und Nymphensittiche konnten darin haut- bzw. federnah erfahren werden. Vor allem drei mit der Hand aufgezogene Blaustirnamazonen holten sich Sympathie beim Publikum, weil sie aus nächster Nähe zu betrachten und zu streicheln waren. Der Apoldaer Tierarzt Max Röcker besuchte die Schau mit der ganzen Familie und betrachtete die Ausstellung selbstverständlich auch aus fachlicher Sicht. Den ausgestellten Vögeln bescheinigte er einen ausgezeichneten Pflegezustand und lobt somit auch die verantwortungsvolle züchterische Arbeit: „Dem normalen Besucher erschließen sich die Mühen, die für eine artgerechte Pflege und Zucht notwendig sind, gar nicht.“ so Röcker. Tiergerechte Haltung ist auch das Hauptanliegen der Vogelfreunde: „Wer Papageien halten will, muss sich darüber im Klaren sein, dass dies aufgrund der Lebenserwartung der Vögel eine lebenslange Aufgabe ist.“ mahnt Vereinsmitglied Bodo Barth vor unüberlegten Spontankäufen. „Kosten und Platzbedarf sind nicht unerheblich, Einzelhaltung in kleinen Käfigen ist strikt abzulehnen.“ Trotz ihrer Bemühungen und Zuchterfolge plagen die Vogelfreunde auch Sorgen. Die Umsetzung der EU-Zoorichtlinie mit ihren Mindeststandards, welche auch für die Hobbyzüchter gilt, stellt die Zuchtfreunde vor neue Herausforderungen: „Einige ziehen sogar die Aufgabe ihres Hobbys in Betracht, weil Platz und manchmal auch fehlende Mittel der Umsetzung im Wege stehen.“ Deshalb machen sich die Vogelfreunde auch für einen Bestandsschutz vorhandener Zuchtanlagen stark, stoßen aber mit ihrem Ansinnen bei den zuständigen Behörden bislang auf taube Ohren, zeigt sich Barth betrübt.


9. Wersdorfer Lanzbulldog-Treffen

Was 1993 mit 86 Teilnehmern begann, hat 2009 mit über 600 Traktoren und anderen (landwirtschaftlichen) Vehikeln einen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Wochen, wenn nicht gar Monate der Vorbereitung haben sich also gelohnt. Mit dem 9. Wersdorfer Lanz-Bulldog-Treffen fand vom 28.-30.08.2009 eines der größten Traktorentreffen Deutschlands statt. Über 600  Teilnehmer aus ganz Deutschland waren nach Wersdorf gekommen, um den mehr als 10.000 Besuchern ihre liebevoll restaurierten Schätze zu präsentieren. Aber auch rundherum gab es allerhand zu bestaunen. Von einem 50 m hohen Kran konnte man aus luftiger Höhe auf das Gelände schauen, Sonntag gab es Hubschrauberrundflüge. für die Kleinen Rummel, Dampfmaschinenschau und, und, und ... Nun ist das Treffen Geschichte. Für Teilnehmer und Besucher war es ein interessantes, anregendes und schönes Treffen und man freut sich schon auf das X. Wersdorfer Lanzbulldog-Treffen vom 26. - 28. 08. 2011

Weitere Informationen und Reaktionen entnehmen Sie bitte unserem Pressespiegel


Prämierungsveranstaltung für fand 2009 erstmals in Wersdorf statt

Auf der VII. Prämierungsveranstaltung für Thüringer Zuchtziegen in Wersdorf bewiesen die 11 angereisten Züchter eine durchweg gute Qualität ihrer Schützlinge

(tp) „Das mein ‚Boss’ gut ist, habe ich ja gewusst.“ freut sich Angelika Reich aus Rodias über die hervorragende Bewertung ihres Bockes „aber dass die Züchter gleich Schlange stehen, ihre Ziegen von Boss decken zu lassen, überrascht mich dann doch.“ Aber auch an den anderen vorgestellten Tieren hatten die Zuchtrichter um Arno Rudolph von der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft wenig zu meckern. Alle Tiere zeichneten sich durch einen guten Gesundheitszustand und hervorragende Zuchtmerkmale aus. Wie Angelika Reich waren noch 10 weitere Züchter nach Wersdorf gekommen, um ihre Jungböcke und Ziegen bewerten und prämieren zu lassen. Hauptsächlich waren es Thüringer Waldziegen und Burenziegen, welche sich dem fachmännischen Urteil der Jury stellten. Neben der Beurteilung von Körperbau, rassetypischer Zeichnung und Pflegezustand der Tiere vermaß Tierarzt Udo Moog auch die Hoden der jungen Böcke: „Nein, nein, das hat keinen Einfluss auf die Bewertung!“ erklärte er schnell den recht verdutzt dreinblickenden Züchtern. „Das dient allein einer Studie, welche einen Zusammenhang zwischen Hodengröße und Zuchtleistung nachweisen soll.“ Außer der Besichtigung der Tiere konnten die zahlreich erschienen Zuschauer aber auch allerhand Wissenswertes rund um die Ziege und ihre Produkte erfahren. So räumte zum Beispiel Stefanie Eberhardt vom Ziegenhof Eichelborn das Gerücht aus der Welt, dass Ziegenmilchprodukte unbedingt nach Ziege schmecken müssen: „Der Geschmack der Ziegenprodukte hängt ganz stark vom Futter und der Sauberkeit der Haltung ab. Reine, naturbelassene Ziegenmilch ist fast geschmacksneutral und durch die andere Fett-Eiweiß-Zusammensetzung auch sehr bekömmlich.“ erklärt sie den noch skeptischen Gästen. „Sogar Menschen mit einer Laktoseintoleranz vertragen Ziegenmilch und Käse in der Regel sehr gut.“ Am meisten überraschte, dass sogar Neurodermitispatienten nach der Umstellung von Kuh- auf Ziegenmilch oft beschwerdefrei werden.
Am Ende der Zuchtschau lobte Zuchtleiter Arno Rudolph auch die gute Organisation und den Veranstaltungsort: „Es gibt ausreichend Parkmöglichkeiten, die Versorgung ist sehr gut und das Wichtigste, die Tiere stehen trocken und schattig.“ Dies alles sind Voraussetzungen, die Prämierungsveranstaltungen als feste Größe in Wersdorf zu etablieren.